Wie das Gehirn unsere Bewegungen beeinflusst

Neu­ro­trai­ning – Was steckt dahin­ter?

Jeden Tag bewegt sich unser Kör­per tau­sen­de Male – meist ganz selbst­ver­ständ­lich. Wir ste­hen auf, gehen die Trep­pe hin­un­ter, grei­fen nach einer Tas­se Kaf­fee, fah­ren Auto, spie­len mit unse­ren Kin­dern oder trei­ben Sport. Über all die­se Bewe­gun­gen den­ken wir kaum nach. Sie pas­sie­ren ein­fach.

Doch was vie­le nicht wis­sen: Nicht die Mus­keln ent­schei­den dar­über, wie wir uns bewe­gen – son­dern unser Gehirn.

Es ist die Schalt­zen­tra­le unse­res Kör­pers. Noch bevor sich ein Mus­kel bewegt, ver­ar­bei­tet das Gehirn inner­halb von Sekun­den­bruch­tei­len unzäh­li­ge Infor­ma­tio­nen. Es erhält Signa­le von den Augen, vom Gleich­ge­wichts­or­gan im Innen­ohr sowie von Mus­keln und Gelen­ken. Erst wenn all die­se Infor­ma­tio­nen zusam­men­pas­sen, kann unser Kör­per sicher, flüs­sig und prä­zi­se reagie­ren.

Man kann sich das wie ein Auto vor­stel­len. Der Motor kann stark sein, die Rei­fen neu und das Fahr­werk per­fekt ein­ge­stellt. Doch wenn der Fah­rer zu spät bremst oder eine Kur­ve falsch ein­schätzt, nützt das bes­te Auto wenig. Genau­so ist es mit unse­rem Kör­per. Mus­keln, Kno­chen und Gelen­ke sind wich­tig – aber das Gehirn ist der Fah­rer. Es ent­schei­det, wie gut alles zusam­men­ar­bei­tet.

Genau hier setzt das Neu­ro­trai­ning an.

Neu­ro­trai­ning trai­niert nicht in ers­ter Linie die Mus­keln, son­dern die Ver­bin­dung zwi­schen Gehirn und Kör­per. Ziel ist es, dass das Gehirn Infor­ma­tio­nen schnel­ler, genau­er und effi­zi­en­ter ver­ar­bei­tet. Je bes­ser das gelingt, des­to siche­rer, flüs­si­ger und koor­di­nier­ter kön­nen wir uns bewe­gen.

Die Übun­gen sehen dabei oft über­ra­schend ein­fach aus. Man balan­ciert auf einem Bein, folgt mit den Augen einem beweg­ten Gegen­stand oder ver­bin­det ver­schie­de­ne Bewe­gun­gen mit­ein­an­der. Man­che Auf­ga­ben erin­nern eher an klei­ne Spie­le als an klas­si­sches Trai­ning. Doch genau dar­in liegt ihre Wir­kung: Sie for­dern das Gehirn her­aus, neue Lösun­gen zu fin­den und den Kör­per bes­ser zu steu­ern.

Ein Bei­spiel aus dem All­tag: Stell dir vor, du gehst über einen unebe­nen Wald­weg. Dei­ne Augen suchen den nächs­ten siche­ren Schritt, dei­ne Füße spü­ren den Boden und dein Gleich­ge­wicht hilft dir, nicht zu stol­pern. Wäh­rend­des­sen ver­ar­bei­tet dein Gehirn all die­se Infor­ma­tio­nen gleich­zei­tig und ent­schei­det bei jedem ein­zel­nen Schritt, wie dein Kör­per reagie­ren soll. Genau die­ses Zusam­men­spiel wird im Neu­ro­trai­ning gezielt geför­dert.

Oder den­ke an einen ver­eis­ten Geh­weg. Sobald du merkst, dass der Boden rut­schig ist, ver­än­derst du auto­ma­tisch dei­ne Schrit­te. Du gehst vor­sich­ti­ger, setzt die Füße bewuss­ter auf und hältst das Gleich­ge­wicht bes­ser. Ohne dar­über nach­zu­den­ken, passt dein Gehirn jede Bewe­gung an die neue Situa­ti­on an. Genau die­se Fähig­keit lässt sich trai­nie­ren.

Des­halb eig­net sich Neu­ro­trai­ning für Men­schen jeden Alters. Kin­der ver­bes­sern ihre Koor­di­na­ti­on und Kör­per­wahr­neh­mung. Erwach­se­ne pro­fi­tie­ren von mehr Bewe­gungs­qua­li­tät im All­tag und beim Sport. Senio­ren kön­nen ihr Gleich­ge­wicht för­dern und sich wie­der siche­rer bewe­gen. Da jeder Mensch ande­re Vor­aus­set­zun­gen mit­bringt, wer­den die Übun­gen indi­vi­du­ell ange­passt. Es gibt kei­nen Leis­tungs­druck und kei­ne Vor­aus­set­zun­gen – jeder trai­niert auf sei­nem eige­nen Niveau.

Das Beson­de­re am Neu­ro­trai­ning ist, dass oft nicht die Kraft den Unter­schied macht, son­dern die Qua­li­tät der Bewe­gung. Wenn das Gehirn den Kör­per bes­ser steu­ern kann, wer­den vie­le Bewe­gun­gen leich­ter, siche­rer und flüs­si­ger.

Viel­leicht fragst du dich jetzt, ob Neu­ro­trai­ning auch für dich geeig­net ist.

Die Ant­wort ist ganz ein­fach: Fin­de es selbst her­aus.

In einem unver­bind­li­chen Pro­be­trai­ning kannst du Neu­ro­trai­ning ganz prak­tisch ken­nen­ler­nen. Du erlebst die Übun­gen, spürst ihre Wir­kung und bekommst einen Ein­druck davon, wie eng Gehirn und Bewe­gung zusam­men­ar­bei­ten. Denn man­ches lässt sich erklä­ren – Neu­ro­trai­ning ver­steht man am bes­ten, wenn man es selbst erlebt.

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Auswertung deines Selbsttest

Bei 0-4 Ja-Antworten: Es ist eine gute Idee, mehr Bewegung in deinen Alltag zu integrieren. Du könntest zum Beispiel mit kurzen Spaziergängen beginnen, die Treppe statt den Aufzug nehmen oder kleine Dehnübungen machen. Schon kleine Veränderungen können viel bewirken und dir helfen, dich fitter und wohler zu fühlen!

Bei 5-8 Ja-Antworten: Du bist schon ziemlich aktiv und hast gute Gewohnheiten! Es gibt noch Raum für Verbesserungen, zum Beispiel durch regelmäßigere Bewegung oder den Besuch eines Kurses. Mit kleinen Schritten kannst du deine Fitness noch weiter steigern und dich noch energiegeladener fühlen!

Bei 9-10 Ja-Antworten: Super! Du tust bereits alles, um deinen Körper in Bewegung zu halten und dich wohlzufühlen. Deine Gewohnheiten sind vorbildlich, und du bist auf einem sehr guten Weg. Weiter so – dein Körper wird es dir danken!

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